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Verkehr in Portugal

Nach vermutlich ca. 10.000 km in Portugal können wir uns wohl ein Urteil erlauben: Autofahren ist in Portugal – jedenfalls in den Teilen, die wir gut kennen – genauso (un)problematisch wie in Deutschland. Allerdings beschränken sich unsere Erfahrungen auf die Region südlich von Lissabon.

StVO.pt

Geschwindigkeiten:

  • Autobahn 120 km/h

  • Landstraßen 90 km/h

  • Ortschaften 50 km/h

Alkohol: In Portugal gilt die Grenze von 0,5 Promille. Ein Überschreiten der Grenze könnte neben der sofort zu zahlenden Geldstrafe auch mit einer Ausnüchterungshaft geahndet werden. Die Polizei akzeptiert alle gängigen Zahlungsmittel.

Ein Freund, der vor Ort lebt, vertritt die Theorie, dass Portugiesen einfach nicht vorausdenken und so die möglichen Folgen ihres Handelns abschätzen.

Velocidade Controlada

Gerade vor Ortschaften, aber auch unterwegs auf den größeren Landstraßen werden Ihnen immer wieder große blinkende Schilder mit der Aufschrift „Velocidade Controlada“ begegnen.

Diese Geschwindigkeits- Kontrolle ist nicht mit einem Blitzer verbunden, sondern mit einer Ampel, die ein paar hundert Meter weiter auf Sie wartet: Überschreiten Sie die zulässige Geschwindigkeit nur ein klein wenig und die Ampel schaltet gnadenlos auf Rot, wenn Sie kommen.

Im Gegensatz zum Blitzer in Deutschland ist die Toleranz dieser Anlagen gleich Null. Kosten im Zweifel aber auch nur Nerven, kein Geld und wirken absolut prima.

Abenteuer Kreisel

Wenn Sie in Portugal ankommen, werden Sie vermutlich keine 10 km weit kommen, ohne einem Kreisverkehr zu begegnen. Verkehrskreisel gibt es in allen Formen und Ausprägungen; als Verteiler mehrspuriger Groß- und Ausfallstraßen genauso, wie auch als Kreuzungsersatz beim Zusammentreffen einer kleinen Asphaltstraße mit einer Ortszufahrt im Hinterland.

Beim Kreisverkehr sind nur zwei Dinge sicher:

  1. Der Kreisverkehr ist rund.

  2. „Im Kreisel“ hat Vorfahrt.

Alle anderen Dinge sind (vermutlich) theoretisch geregelt, aber in der Praxis komplett irrelevant.

Frage: Wann und wie muss ich blinken? Antwort: Ja.

Im Prinzip soll man wohl links blinken, wenn man in den Kreisel einfährt und so lange links blinken, bis man den Kreisel verlassen will. In der Realität tut das kaum jemand und schon gar nicht konsequent.

Als Tipp kann man mitgeben: Lieber einmal zuviel blinken als zu wenig, also:

  • Blinken Sie links solange Sie im Kreisverkehr bleiben.

  • Blinken Sie rechts, wenn Sie den Kreisverkehr verlassen.

Frage: In welcher Spur muss ich fahren? Antwort: Egal.

Die Kreisel großer Straßen (vier- oder sechsspurige Ausfallstraßen) haben in der Regel markierte Spuren, die die möglichen Richtungen anzeigen. Hier fahren Sie wie auf jeder normalen Spur-geführten Fahrbahn.

Ansonsten sind Spuren irrelevant! Nur weil sich ein Fahrer auf der inneren Spur bewegt, muss das nicht bedeuten, dass er weiter im Kreisel herumfahren will: Er kann genauso gut die nächste Ausfahrt nehmen und wird dafür vorher nicht unbedingt die Spur wechseln.

In der Grafik sind typische Fahrwege eingezeichnet: Immer auf dem kürzesten Weg durch den Kreisverkehr.

Überholen

Gerade auf größeren Straßen kann man beobachten, dass die Portugiesen auch zum Überholen ansetzen, wenn der Blick eigentlich nicht weit genug reicht.

Die meisten der größeren Straßen haben aber – anders als in Deutschland – einen breiten Seitenstreifen (Standstreifen). Und diese Streifen werden genutzt, wenn ein Fahrer sich doch mal verschätzt oder überraschenderweise doch ein entgegenkommendes Fahrzeug hinter der nächsten Ecke lauerte: Sowohl der Entgegenkommende als auch der gerade Überholte weichen (in der Regel) ein Stück nach rechts aus, sodass der Überholende auch problemlos in der Mitte vorbei passt.

In Deutschland reagieren die Teilnehmer normalerweise anders: Der Entgegenkommende echauffiert sich unmissverständlich mit Lichthupe, Mimik und Gestik und der Überholte drückt noch mal ein bisschen aufs Gas.

Obwohl wir in Portugal schon viele solcher Manöver beobachtet haben, war keine einzige Situation wirklich gefährlich. Und gerade, wenn man auf unübersichtlichen Strecken mal ein langsames Fahrzeug überholen möchte, weiß man dieses Entgegenkommen auch selbst zu schätzen.

Autobahnen

Autobahnen sind in Portugal nicht generell mautfrei. Auch die A22 – Via do Infante – die die Algarve von Ost nach West durchzieht, ist nicht mehr gebührenfrei.

Eine komplette Tour von der Algarve nach Lissabon kostet 17,45 €. Für die Einfahrt nach Lissabon werden nochmals 2,10 € fällig. Die Gebühren kann man je nach Strecke leicht bei www.viamichelin.de checken. Wohl auch wegen der Gebühren sind hier kaum Fahrzeuge unterwegs. Dass man wegen eines anderen Fahrzeugs auf der gesamten Strecke auch nur einmal auf die Bremse steigen muss, ist extrem unwahrscheinlich.

N 125 vs. A22

Parallel zur Südküste haben Sie zwei Möglichkeiten durch die Algarve zu fahren: Entweder über die Autobahn A22 oder die „gute alte“ N125. Wenn Sie schnell über größere Entfernungen von A nach B wollen, eignet sich die A22 – die von überall gut zu erreichen ist – ideal für das Überbrücken.

Wollen Sie nur kleinere Entfernungen schaffen oder haben Zeit und Muße, können Sie auch die N125 entlangfahren. Dank der Entlastung durch die A22 ist die Strecke normalerweise aber auch nicht übermäßig voll. Auf jeden Fall ist es die nettere Strecke und es gibt links und rechts der Route definitiv mehr zu sehen.

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